Hilfe für pflegende Angehörige

Kunsttherapie als Verarbeitungsmöglichkeit

Das ich nicht aus den augen verlieren

Pflegende Angehörige stehen häufig zwischen Pflichterfüllung und Selbstaufgabe. Die Kunsttherapie bietet einen Weg zur Verarbeitung von Erlebtem und Stärkung des Ichs.

pflegende Angehörige jonglieren

Wer Angehörige pflegt, sie auf ihrem Weg begleitet, wird mit so vielen verschiedenen Themen konfrontiert. Da sind zunächst die ganz praktischen Herausforderungen. Alles muss gut organisiert werden: wer kümmert sich? Wer hilft? Wer kann schnell da sein, wenn etwas passiert? Was muss getan werden, wenn tatsächlich etwas passiert? Und was möchte meine pflegebedürftige Angehörige selbst? Wo fühlt sie sich wohl? Was möchte und kann sie noch tun? Was braucht sie in ihrer Umgebung? Die Gefühle und Gedanken sowie das Verhalten der pflegebedürftigen Person treffen den Pflegenden gleichermaßen. Auch das Auseinandersetzen mit dem Leben, das Konfrontieren mit dem Tod wirkt nachhaltig.

Depression und frust vorbeugen

Daneben stehen die eigenen Bedürfnisse häufig hinten an. Angehörige stehen meist zwischen den Stühlen und jonglieren mit verschiedenen Aufgaben - Arbeit, Kinder, Haushalt. Oft sind Angehörige unsicher in dem was sie tun. Tue ich das Richtige? Habe ich eine falsche Entscheidung getroffen? Hätte ich mehr tun, mich besser informieren, mehr versuchen sollen? Zwischen Pflichterfüllung und Selbstaufgabe ist es schwierig, sich selbst nicht zu verlieren. Die eigenen Wünsche weiter zu verfolgen, sich Zeit für sich und seine Hobbys zu nehmen, sich Auszeiten zu gönnen, um nicht in eine Depression zu verfallen oder sich selbst völlig zu verausgaben. Es ist ein schmaler Grad zwischen liebevoller Zuwendung und klarer Abgrenzung. Es gilt eben diesen Grad zu erwischen.

kunsttherapie als Möglichkeit zur Verarbeitung

Es kann und muss nicht alles Gefühlte in Worte gefasst werden. Es gibt kein Richtig oder Falsch in der Verarbeitung von Emotionen. Gerade die Kunsttherapie braucht keine gesprochenen Worte, um Inneres sichtbar zu machen. Sie bietet eine nonverbale Form zur Bearbeitung und Veränderung von an die eigene Substanz gehenden Krisensituationen. Alles was kommt will beachtet sein. Alles was kommt will zumindest einmal gesehen, ausgedrückt, vielleicht bearbeitet, verändert und dann wieder losgelassen werden, um Neuem Platz zu machen.

auszeit für pflegende angehörige

Als selbst Begleitende, Pflegende und zum Schluss Sterbebegleitende einer engen Angehörigen und gleichzeitig in einem Heim arbeitende Soziale Begleiterin von pflegebedürftigen Heimbewohnern, sind mir die Schwierigkeiten im Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen von beiden Seiten nicht nur bewusst und bekannt, sondern ich habe sie in allen Nuancen durchlebt und bearbeitet. Deshalb kann ich besonders gut auf meine Zielgruppe eingehen. Ich möchte mit Hilfe der Kunsttherapie Menschen die Möglichkeit geben, Erlebtes zu verarbeiten, ihre Seele zu entlasten, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse (wieder) wahrzunehmen und sich letzten Endes einfach etwas Gutes zu tun.

Kunst-Terra-Pie: Dahinter steckt das kunsttherapeutische Workshop-Angebot von Helen Wissen in Süchterscheid (NRW)

Fotos © Annika Wissen